>> Bioimkerei Alois Wallner <<
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Der Varroakillerfaktor (VKF)

Unter Züchtung im Allgemeinen versteht man das Verfahren, bei welchem der Züchter eine entsprechende Auswahl unter den zu paarenden Tieren trifft, bei welchen die erwünschten Eigenschaften noch mehr gefestigt und entwickelt werden.

Bei meiner Züchtung ist die gewünschte Eigenschaft das Töten von Varroamilben durch die Bienen. Um diese Eigenschaft messbar zu machen, habe ich im Jahre 1990 den Messwert Varroakillerfaktor (VKF) geschaffen. Mit diesem Messwert ist es mir möglich, die Veränderung der gewünschten Eigenschaft auch grafisch aufzuzeigen:



Fazit:
In den vergangenen 28 Jahren wurden jedes Jahr neue Paarungen vorgenommen. Von 60 bis 100 Bienenvölkern wurde jedes Jahr im September der Varroakillerfaktor (VKF) ermittelt. Von den Bienenvölkern mit dem höchsten VKF wurden im kommenden Jahr die jeweils neuesten Zuchtvölker ausgelesen und zur Züchtung verwendet. Besonders interessant in der Grafik finde ich, dass mehrmals in einigen Jahren keine prozentuelle Steigerung des VKF stattfand. Die Erklärung dafür liegt wahrscheinlich darin, dass erst wieder eine Steigerung möglich war, wenn Drohnen der neuen Züchtung für die Paarung zur Verfügung standen. Die letzten Jahre der Grafik belegen eindeutig eine Festigung der erwünschten Eigenschaft in der Erbmasse meiner Züchtung. Diese Festigung ist Voraussetzung für den nächsten Schritt in meiner Auslese und Züchtung.

Im Jahr 2009, habe ich mit einer speziellen Selektion begonnen. Mit dieser Auslese selektiere ich nun Bienenvölker, die nicht nur einen hohen VKF nachweisen, sondern zusätzlich auch sehr schnell im Abfangen und Töten von Varroamilben sind.

Aus der Praxis:
Bei einem hohen VKF, von durschschnittlich 96 % der Zuchtvölker benötige ich keine Schlussentmilbung im Herbst und Winter bei meinen Völkern. Die Bienen entmilben sich ausreichend selbst, falls keine Reinfektion von außen stattfindet.




Varroaresistenz – 28 Jahre Selektion und Züchtung Auslese und Züchtung auf Varroaresistenz

Seit dem Jahr 1989 beschäftige ich mich intensiv mit der Selektion und Züchtung von Bienen, welche die Varroamilbe bereits als Feind erkannt haben, indem sie diese abfangen und töten. 1994 habe ich meine Erfahrungen dazu und ein Buch mit dem Titel „Varroaresistent“ im Eigenverlag drucken lassen. Seither sind bereits einige Jahrzehnte vergangen, es erhebt sich daher die Frage: Hat sich in dieser Zeit durch Selektion und Züchtung etwas messbar verändert? Ja, es hat sich vieles verändert. Die Varroamilbe ist gefährlicher für die Bienen geworden. Damals hatte ich meine Zuchtvölker mit relativ großem Milbenbefall fünf Jahre ohne jegliche Behandlung halten können. Das wäre heute nicht mehr möglich. Die Bienen sind empfindlicher geworden, sie ertragen nur mehr geringere Befallszahlen ohne Schaden zu nehmen. Dem gegenüber ist aber meine Züchtung aggressiver gegen die Varroamilbe geworden. Die Bienen töten mehr Milben denn je zuvor. Der durchschnittliche Messwert VKF (Varroa Killer Faktor beschreibt das Verhältnis der getöteten Milben zum Gesamtmilbenabfall) ist von 27 % auf über 95 % in 28 Jahren gestiegen. Die Frage ist nun: Wie wirkt sich dieser hohe Messwert von über 95 % VKF auf den tatsächlichen Varroabefall solcher Völker aus? Um das zu hinterfragen, habe ich bei meinen Zuchtvölkern am 31. 7. 2017 den Ø täglichen Milbenabfall ermittelt. Am 1. 8. 2017 begann ich diese Völker zu entmilben. Methode: Stoßbehandlung mit AS (Ameisensäure). Der dadurch entstandene Milbenabfall wurde in den folgenden 12 Tagen gezählt. Um den Wirkungsgrad dieser Entmilbung zu überprüfen, entschloss ich mich eine Kontrollbehandlung anzuschließen. Die letzte Entmilbung dieser Zuchtvölker war Ende August 2016. Von Anfang September 2016 bis 1. August 2017 wurde keine Entmilbungsmaßnahme vorgenommen, weder eine Oxalsäurebehandlung noch eine Drohnen-brutentnahme.



Die erhobenen Messwerte der Zuchtvölker 2017:

Messbare und erkennbare Varroaresistenz!
Der tägliche Varroaabfall vor der Entmilbung im Verhältnis zum tatsächlichen Varroaabfall nach der Entmilbung.


Diskussion: Ein durchschnittlicher Milbenabfall mit 41,6 Milben pro Volk und Tag der 10 Prüfvölker ergibt nach der herkömmlichen Hochrechnung geschätzt (täglicher Milbenabfall x 100-300) einen Ø Gesamtbefall pro Volk von ca. 10.000 Milben pro Volk. Der tatsächliche Befall meiner Zuchtvölker beträgt aber nur Ø pro Volk 1187 Varroamilben. Noch eindrucksvoller sind die fünf besten Messwerte der Völker dieser Gruppe: Ø täglicher Milbenfall vor der Entmilbung 19,8 Milben pro Volk und Tag, tatsächlich erhobener Gesamtabfall pro Volk 536 Milben. Wie ist dieser große Unterschied erklärbar? Bei dem täglichen natürlichen Milbenabfall sind bei meinen Zuchtvölkern auch jene Milben dabei, welche von den Bienen selbst getötet wurden. Laut Tabelle der 10 Völker Ø täglich 41,6 Milben pro Volk und Tag. Der Ø erhobene VKF von 95% im Milbenabfall weist nach, dass die Bienen dieser Völker täglich viele Varroamilben töten, was sich letztlich in einem gehemmten Befallsanstieg über das ganze Jahr auswirkt. Eine für mich interessante Beobachtung: Bei den unzähligen Untersuchungen von Milben, welche von den Bienen getötet wurden, machte ich eine beeindruckende Beobachtung: Vermehrt fand ich getötete Varroamilben, bei denen nur ein oder beide Fühler an der Spitze abgetrennt waren. Bei gleichem Varroakillerfaktor war in solchen Völkern die Zahl der getöteten Milben doppelt so hoch, wie in Völkern welche nur die Beine abtrennten. Meiner Ansicht nach haben die Bienen haben dazugelernt, dass es einfacher ist, nur die Fühler der Milben abzutrennen, denn diese befinden sich ständig ungeschützt vor dem Milbenpanzer. Es zeigt sich daher bei dieser Beobachtung sehr genau, dass manche Völker dazugelernt haben, sich besser gegen den Feind „Varroa“ zu wehren als andere. Um diese natürliche Varroaabwehr erkennen und messen zu können, bedarf es mindestens eines Zeitraumes von 10-11 Monaten ohne jegliche Behandlung.

Zusammenfassung: 28 Jahre Selektion und Züchtung auf das Merkmal Varroakillerfaktor haben den täglichen MilbenABFALL zum tatsächlichen VarroaBEFALL verändert. Die Varroaresistenz meiner Zuchtvölker hat sich im Laufe der Jahre ständig und nachhaltig verbessert. Der Varroa-Befallsanstieg in den Zuchtvölkern ist durch das ständige Töten der Milben durch die Bienen nachhaltig gehemmt. Diese Varroaresistenz ermöglicht eine weitere reduzierte Bekämpfung der Varroamilbe. Die Begutachtung der Messwerte mehrerer Zuchtvölker zeigt die Möglichkeit einer weiteren Verbesserung der Varroaresistenz auf.

Ein Beispiel meines Zuchtvolkes: Eine sehr gute Honigleistung und Sanftmütigkeit sind Voraussetzung für eine Auslese auf Varroaresistenz!



Der VARROARESISTENZINDEX (VRI)
Mein neuer Messwert für die Beurteilung der Varroaresistenz meines Carnica Zuchtstammes.

Die erhobenen Messwerte meiner Zuchtvölker in der Tabelle sind für mich sehr aussagekräftig. Wer sich aber mit der Materia Varroaresistenz der Bienenvölker nicht so intensiv beschäftigt, für denjenigen sind diese Zahlenwerte in der Beurteilung auf den ersten Blick eher verwirrend. Es fehlt ein gemeinsamer Nenner zu deren einfachen Beurteilung.

Mein Problem: Bei meiner Selektion und Züchtung auf Varroaresistenz stand seit mehr als zwei Jahrzehnten die Beurteilung über das Töten von Varroamilben durch die Bienen im Vordergrund. Der Messwert für diese Selektion ist nach wie vor der VKF. Dieser Messwert beträgt bei meinen Völkern seit vielen Jahren durchschnittlich über 95%. Die Beibehaltung der Kontrolle dieses Messwertes ist mir nach wie vor sehr wichtig. Da sich dieser Messwert der 100% Marke schon sehr nähert, ist in dieser Hinsicht eine weitere Selektion nicht mehr möglich.

Auf der Suche nach einem neuen Messwert für die weitere Selektion auf Varroaresistenz.

Es sollte ein Messwert sein, mit dem ich alle bekannten und möglicherweise noch unbekannten Resistenzeigenschaften gemeinsam erfassen, messen und anschließend unkompliziert beurteilen kann.

Das Ergebnis meiner jahrelangen Suche: Der Messwert VARROARESISTENZINDEX (VRI)


Die Grundlage für diesen neuen Resistenzwert bildet die Varroaresistenzprüfung. Die Durchführung dieser Prüfung habe ich im ersten Abschnitt genau beschrieben.
Das Ergebnis dieser Prüfung sind bei jedem Volk zwei Messwerte. Zum Ersten der durchschnittliche tägliche Milbenabfall vor der Entmilbung. Zum Zweiten der Gesamtmilbenabfall nach der Entmilbung. Diese beiden Messwerte unterziehe ich einer Division. Das Ergebnis dieser Division ist mein neuer Messwert VARROARESISTENZINDEX (VRI).

Nachfolgend in der Tabelle die einzelnen Divisionen. In der ganz rechten Spalte die errechneten Einzelwerte des neuen Messwertes VRI. Alle Resistenzwerte zusammengezählt und dividiert durch zehn - also der Anzahl der geprüften Völker - ergibt den durchschnittlichen VRI von 30,50. Mit einer Schwankungsbreite von 7,50 bis 65,83 VRI.


Tabelle 1: Messwerte Ende Juli 2017


Die Beurteilung der Messwerte VRI.
Je niedriger der Messwert VRI desto besser meine Beurteilung. Ein niedriger Messwert, also VRI unter 20 bedeutet weniger Varroamilben im Volk als ein Messwert VRI über 50. Ein Messwert VRI von über 100 bedeutet, keine nennenswerte Varroaresistenz erkennbar.

Der Gruppensieger dieser Varroaresistenzprüfung ist das Volk Nr. 4 in der Tabelle.

Dieses Volk Nr. 4 kann den besten Messwert VRI von 7,50 nachweisen. Das heißt: durchschnittlicher täglicher Milbenabfall 16 Milben vor der Entmilbung, stehen dem Messwert von 120 Milbenabfall durch die Entmilbung gegenüber. Die Division dieser beiden Messwerte ergibt den Spitzenmesswert von 7,50 VRI. Der durchschnittliche VRI aller zehn Prüfvölker beträgt 30,50. Mit einer Bandbreite von 7,50 bis 65,83 Messwert VRI. An diesem Messwert aus dem Zuchtjahr 2017 werde ich in den kommenden Jahren den erwarteten Zuchtfortschritt in der Varroaresistenz meiner Zuchtvölker beurteilen. Dieser errechnete Indexwert hat aber noch eine andere wichtige Bedeutung. Denn dieser Messwert ist zugleich der ungefähr tatsächliche Umrechnungsfaktor für die Abschätzung des Varroabefalls einzelner Zuchtvölker ohne Entmilbung. Ein Beispiel: Der durchschnittliche Tagesmilbenabfall x 30,50 VRI ergibt den geschätzten Varroabefall ohne Entmilbung, bei meinem Zuchtstamm.

Der große Unterschied: Bei Völkern ohne Varroaresistenz beträgt der Umrechnungsfaktor 100 bis 300 für den geschätzten Gesamtbefall.

Mein vorläufiges Zuchtziel: Ein durchschnittlicher VRI der Zuchtvölker unter dem Messwert 20. Aus meiner heutigen Ansicht ist für behandlungsfreie Völker über einige Jahre hinweg ein VRI unter 10 Voraussetzung.

Ein Vererbungstest aus dem Zuchtjahr 2017, mit meinem Lieblingszuchtvolk Nr. 9.

Das Zuchtvolk Nr. 9 in der Tabelle kann über viele Jahre eine über den Durchschnitt liegende Honigleistung nachweisen. Die Bienen dieses Zuchtvolkes sind extrem sanftmütig. Der VKF (Varroakillerfaktor) liegt über 95%. Der neu geschaffene Messwert VRI beträgt laut Tabelle 35,45, also ein etwas schlechterer Messwert als der Durchschnitt aller Prüfvölker mit dem Messwert VRI von 30,50. Von diesem Zuchtvolk habe ich Anfang Mai 2017 zehn begattete Königinnen in zehn Großableger mit 12 Brutwaben eingeweiselt. Diese Ableger wurden keiner Entmilbung unterzogen! Ende Juli 2017 habe ich bei diesen zehn Völkern die Varroaresistenzprüfung in der bereits beschriebenen Form vorgenommen.

Das Ergebnis dieser Resistenzprüfung:

Der VRI aller zehn Völker weist einen durchschnittlichen Messwert von 34,15 nach. Also um ca. 1 Prozentpunkt besser als das Muttervolk mit dem Index von 35,45.

Zusammengefasst die Gruppenmesswerte: Drei Völker dieser Gruppe hatten den Messwert VRI von 14,1 bzw. 18,8 und 20. Das ergibt den hervorragenden durchschnittlichen Resistenzwert von 17,4. Vier Völker dieser Gruppe hatten einen durchschnittlichen Index von 32,9. Drei Völker hatten aber einen schlechteren VRI Messwert als das Muttervolk. Der Messwert dieser drei Völker beträgt durchschnittlich 51,8. Nicht einbezogen in diesen Vererbungstest sind die Honigleistung und die Beurteilung der Sanftmut. Diese Eigenschaften werden erst heuer 2018 bewertet. Erst dann entscheide ich welche Völker für die weitere Züchtung verwendet werden. Mein neuer Messwert VRI hat somit die Bewährungsprobe mit der Prüfung der Nachkommen von meinem Lieblingszuchtvolk Nr. 9 auf die Eigenschaft Varroaresistenz bestanden. Eine weitere Selektion und Steigerung der Varroaresistenz meines Zuchtstammes ist somit möglich.


Varroaresistenz, die Messwerte meiner Zuchtvölker für das Zuchtjahr 2020

Das Bienenjahr 2018


In diesem Zuchtjahr habe ich über 100 Ableger gebildet. Die Zuchtvölker stammten von 2 Linien, diese haben alle einen Varroaresistenzindex VRI* von höchstens 25 Punkten.

*Der VRI ist die Verhältniszahl vom täglichen Milbenabfall vor der Entmilbung zur tatsächlichen Entmilbungszahl nach der Entmilbung. Je niedriger der VRI Index, umso besser ist die Varroaresistenz. Mehr dazu am Ende des Artikels.

Diese Völker wurden das letzte Mal am 12.September 2018 mit Ameisensäure entmilbt und auf 2 Einheiten (Freudenstein Maß) eingewintert. 10 Monate lang, vom 12. September 2018 bis Ende Juli 2019, wurde keine Entmilbung durchgeführt und auch keine Drohnenbrut entnommen.


Die Selektion dieser Völker im Bienenjahr 2019

Im Rahmen der Selektion schieden folgende Völker aus:

  ✓ Völker mit verspäteter Honigraumfreigabe
  ✓ Völker, die unruhig waren oder fast aggressiv
  ✓ Völker, die geschwärmt haben
  ✓ Völker, welche im Honigertrag nur den Standdurchschnitt erreichten
  ✓ Völker, welche Ende Juli geringfügig schwächer wurden
  ✓ Völker, welche bei der VRI Prüfung einen Index von über 32 Punkten erreichten.

In der letzten Juliwoche 2019 habe ich die Varroaindexprüfung mit ca. 50 Völkern durchgeführt. Dazu wurden diese Selektionsvölker von den Außenständen auf den Heimstand gebracht, da hier die täglichen Milbenzählungen zeitmäßig einfacher durchzuführen waren. 10 Selektionsvölker kamen in die engere Wahl.


Die Varroaresistenzprüfung Ende Juli 2019 - Die Ergebnisse:


Tabelle 2: Messwerte Ende Juli 2019

Die Bewertung der Messwerte

Der Ø VRI Index aller Völker dieser Gruppe beträgt Ø 23,8 Punkte. Im Vergleich dazu hatte die Völkergruppe von Ø 2017, einen Ø VRI von 30,50 Punkten. Je niedriger der VRI Index, umso besser ist die Varroaresistenz. Diese verbesserte Resistenz um 6,7 Punkte (23,8 in 2019 gegenüber 30,50 in 2017) wirkt sich auf die Varroaentmilbungszahl aus. Im Vergleich zur Gruppen von 2017 sank die Entmilbungszahl von Ø 1187 Milben auf Ø 719,2 Milben. Auch der tägliche Milbenabfall vor der Entmilbung hat von Ø 41,6 Milben auf Ø 29,50 Milben abgenommen.

Die weitere Selektion

Diese 10 Selektionsvölker möchte ich aber weiter selektieren auf 5 Völker. Auf der Tabelle habe ich bereits die 5 Völker mit den besten Indexwerten von 1-5 gereiht. Diese Völker sind nächstes Jahr (2020) meine Zuchtvölker. Diese 5 Völker unterziehe ich einer Ø Berechnung. Das Ergebnis des Ø Messwertes der Zuchtvölker beträgt:

  ✓  Ø VRI Index: 20,50 Punkte
  ✓  Ø Entmilbungsabfall nach 10 Monaten: 516 Milben
  ✓  Ø täglicher Milbenabfall vor der Entmilbung 25,4 Milben

Bewertung der Messwerte der 5 Zuchtvölker

Der VRI im Vergleich zur gesamten Gruppe von 2019 hat sich von Ø 23,80 Punkten auf Ø 20,50 Punkte verbessert. Dieser verbesserte Index zeigt seine Wirkung. Die Entmilbungszahl hat sich von Ø 719,2 Milben auf Ø 516 Milben verringert. Auch der Ø tägliche Milbenabfall vor der Entmilbung hat sich von Ø 29,5 Milben pro Tag auf 25,4 Milben verringert.

Der VARROAINDEX ist die Verhältniszahl vom täglichen Milbenabfall vor der Entmilbung zur tatsächlichen Entmilbungszahl nach der Entmilbung. Mit dieser Indexzahl kann ich selbst eine geringe Verbesserung der Varroaresistenz feststellen. Der Vergleich mit der Gruppe der Selektionsvölker von 2017 zeigt einen sehr großen Züchtungsfortschritt der Nachzucht auf. In diesem Jahr, also 2019, habe ich etwa die gleiche Anzahl Ableger gebildet wie 2018. Diese werden wie besprochen 2020 selektiert.

Getötete Varroamilben von den Bienen meiner Züchtung:

Foto: Varroamilben mit abgebissenen Beinen



Foto: Beide Beine der Milbe sind abgetrennt. In kurzer Zeit tritt der Tod der Milbe ein.

Die Analyse meines neuen Messwertes Varroaresistenzindex

Der tägliche Milbenabfall vor der Entmilbung besteht aus Milben, welche an Altersschwäche starben und jenen Milben, welche von den Bienen getötet wurden. Erkennbar ist das an Verletzungen der Milben, meistens sind es abgetrennte Beine. Das Verhältnis dieser beiden Komponenten ist mein Messwert Varroakillerfaktor. Beträgt der VKF 95% oder mehr, bedeutet dies, dass die meisten Milben im täglichen Milbenabfall vor der Entmilbung von den Bienen getötet wurden. Das wiederum trägt zu einer gehemmten Varroavermehrung im 10 Monate dauernden Beobachtungszeitraum bei. Diese Resistenzeigenschaft wirkt ganzjährig, also auch im Winter, wenn keine Brut vorhanden ist. Die anderen bekannten Resistenzfaktoren wirken nur bei vorhandener Brut. z.B.: Das Öffnen befallener Brutzellen, oder die Infertilität mancher Varroen, diese Faktoren habe ich bereits bei meinen ersten Selektionsvölkern im Jahre 1990 festgestellt und in meinen beiden Büchern „Imkern heute“ (1990) und im Buch „VARROARESISTENT“ beschrieben und mit Fotos dokumentiert. Ein weiterer wichtiger Resistenzfaktor ist die geringe Attraktivität der Brut zur Vermehrung für die Milben. Erkennbar ist diese Eigenschaft bei der Entmilbung, die meisten Milben fallen bereits in den ersten Tagen ab. Alle Resistenzfaktoren zusammen bewirken eine gehemmte Varroavermehrung im Beobachtungszeitraum von 10 Monaten. Aber wiederum eine niedrige Entmilbungszahl sagt nicht unbedingt eine gute Varroaresistenz voraus, eine niedrige Entmilbungszahl entsteht auch, wenn das Volk geschwärmt hat oder eine optimale Entmilbung durchgeführt wurde.

Zusammenfassung:

Die tatsächliche Entmilbungszahl dividiert durch den Ø täglichen Milbenabfall vor der Entmilbung ergibt den Messwert Varroaresistenzindex (VRI). Je höher die Varroaresistenz eines Volkes, umso niedriger der VR Index. Zum Beispiel meine 5 Zuchtvölker weisen wie aufgezeigt einen durchschnittlichen VRI von 20,45 Punkten nach, daß bedeutet eine sehr gute Varroaresistenz. Ein Bienenvolk mit einem VRI Messwert von 100 oder mehr hat gar keine natürliche Varroaabwehr. Der große Vorteil dieser Resistenzberechnung besteht auch darin, dass die Prüfvölker keiner unnötigen Belastung durch die Varroamilben ausgesetzt sind.